Glossar

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Abfall

Gegenstände, abfall Stoffe oder Rückstände deren sich der Besitzer entledigen will. Sie können verwertet werden oder müssen beseitigt werden. Die Abfallentsorgung ist zum Schutz der Umwelt gesetzlich geregelt. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz/Abfallgesetz (KrW-/ AbfG) legt dem Abfallbegriff folgende Kriterien zugrunde:

  • bewegliche Sache
  • einer Stoffgruppe nach Anhang I (Q1-Q16) KrW-/AbfG zugehörig
  • Entledigung, Entledigungswille oder Entledigungspflicht

Abfallanfallstelle

Laut Verordnung über Abfallwirtschaftskonzepte und Abfallbilanzen (untergesetzliches Regelwerk) sind Abfallanfallstellen Betriebsstätten, sonstige ortsfeste Einrichtungen, bauliche Anlagen, Grundstücke oder davon unabhängige, ortsveränderliche Einrichtungen.

Abfallarten

Am19.9.1996 wurde der Abfallartenkatalog der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall durch den Europäischen Abfallkatalog (EAK) ersetzt, der wiederum nach mehreren Revisionen auf europäischer Ebene zum 1.1. 2002 durch das jetzt gültige Europäische Abfallverzeichnis (EAV) abgelöst wurde. Das Europäische Abfallverzeichnis wurde national mit der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) eingeführt.

Abfallbehandlung

Bei der Abfallbehandlung werden Abfälle so verändert, dass sie entsprechend der vorliegenden Gesetzte verwertet oder abgelagert werden können. Die üblichen Verfahren sind die mechanische Abfallbehandlung, die chemisch/physikalische Abfallbehandlung, die biologische und die thermische Abfallbehandlung.

Abfallbilanz

Abfallbilanzen dokumentieren Art, Menge und Verbleib von Abfällen, die in einem Betrieb (Anfallstelle) im Laufe eines Kalenderjahres angefallen sind. Bilanzpflichtig sind Unternehmen, in denen jährlich mehr als 2000 kg besonders überwachungsbedürftige Abfälle oder jährlich mehr als 2000 t überwachungsbedürftige Abfälle je Abfallschlüssel anfallen.

Abfallentsorgung

Die Abfallentsorgung umfasst die Verwertung und die Beseitigung von Abfall sowie die hierzu erforderlichen Maßnahmen des Einsammelns, Beförderns, Lagerns und Behandeln sowie der Schadstoffminimierung.

Abfallkatalog

Ein Verzeichnis von Abfallarten, unterteilt nach stofflicher Zusammensetzung und Branchenherkunft. Das europäische Abfallverzeichnis wurde national mit Inkrafttreten der Abfallverzeichnis - Verordnung (01.01.2002) eingeführt und umfasst 839 Abfallarten nach branchen-, prozess-, herkunfts- und abfallartspezifischen Schlüsseln unterteilt, von denen 405 als gefährlich eingestuft sind.

Die Mehrzahl der als gefährlich eingestuften Abfälle gilt als „stets gefährlich“. Hier wird davon ausgegangen, dass mindestens eine gefahrenrelevante Eigenschaft vorliegt. 170 als gefährlich bezeichnete Abfallarten liegen in Form der so genannten „Spiegeleinträge“ vor. Dies trägt der Tatsache Rechnung, dass die anfallenden Abfälle sehr unterschiedliche Konzentrationen gefährlicher Inhaltsstoffe aufweisen können.

Abfallschlüssel

System aus bestimmten Abfallbezeichnungen mit dazugehörigen Nummern
(siehe auch Abfallkatalog).

Abfall-Verbrennungsanlage

(siehe auch Sonderabfall-Verbrennungsanlage und Müllverbrennungsanlage)

Abgasreinigung

(siehe auch Rauchgasreinigung)

Abwasserbehandlung

Maßnahmen zur Befreiung von Verunreinigungen aus Abwässern mit dem Ziel der gefahrlosen Einleitung der gereinigten Abwässer in die Kanalisation (indirekt einleiten) oder in den natürlichen Wasserkreislauf (direkt einleiten) sowie der Rückgewinnung und Verwertung von Inhaltsstoffen.

Aktivkohlefilter

arbeiten nach dem Prinzip der Adsorption und werden zur Reinigung von Abgasen oder von Abwasser eingesetzt.

Altlastensanierung

Die Gesamtheit aller technischen Maßnahmen zur Entfernung von Schadstoffen aus der Biosphäre, so dass keine Gefahren mehr für Mensch und Umwelt bestehen. Hierbei kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz (Dekontamination).

Altölentsorgung

Die Altölentsorgung umfasst sowohl Maßnamen zur Verwertung als auch zur Beseitigung von Altöl. Bei der Altölverwertung sind grundsätzlich zwei Wege möglich, die stoffliche Verwertung (Aufarbeitung) und die energetische_Verwertung(Einsatz von Altöl als Brennstoff). Dem gemäß unterscheidet man folgende Altölkategorien: 1. Altöle, die zur Aufarbeitung geeignet sind, 2. Altöle, die in nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigten Anlagen als Energieträger verbrannt werden können, 3. Altöle, für die aufgrund ihrer Zusammensetzung weder eine stoffliche noch eine energetische_Verwertung in Betracht kommt und die in Sonderabfallentsorgungsanlagen als Abfall zu beseitigen sind. Allgemeinverbindliche Vorgaben gibt es nur für Altöle der 1. Kategorie; gemäß Altölverordnung gelten für diese Öle neben qual. Anforderungen Grenzwerte für polychlorierte Biphenyle (20 ppm) und Gesamthalogen (0,2%). Höhere Halogen- bzw. PCB-Gehalte sind allenfalls dann zulässig, wenn diese Stoffe durch das Aufarbeitungsverfahren zerstört od. bestimmte Produktgrenzwerte nicht überschritten werden. Eine allg. Abgrenzung der Altöle der 2. u. 3. Kategorie kann nicht vorgenommen werden, da die Frage, ob die Verbrennung von Altöl in einer konkreten Anlage eine energetische_Verwertung od. eine Abfallbeseitigung (thermische Behandlung) darstellt, von den individuellen immissionsschutzrechtlichen Anforderungen dieser Anlage abhängt). Nicht unter den Altöl-Begriff des Abfallgesetzes fallen gebrauchte pflanzliche Öle (z. B. Rapsöl), sofern sie nicht mit mineralischen oder synthetischen Ölen verunreinigt sind.

Andienungspflicht

Gesetzliche Pflicht von Abfallerzeugern Abfälle einem Entsorgungspflichtigen oder Träger der Abfallbeseitigung anzudienen. In Hessen sind beim Abfallerzeuger anfallende besonders überwachungsbedürftige Abfälle zur Beseitigung gemäß der Hessischen Andienungs- und Zuweisungsverordnung vom 04.12.1998 der HIM GmbH (zentraler Träger der Sonderabfallentsorgung) anzudienen. Die HIM GmbH ist verpflichtet, diese Abfälle anzunehmen und einer umweltverträglichen Entsorgung in ihren Anlagen oder geeigneten Drittanlagen zuzuführen.

Asche

Ist ein fester, anorganischer Rückstand aus Verbrennungsprozessen, der (im Gegensatz zu Schlacke) keine Schmelzphase durchläuft. Sie kann aus dem primären Ofenbereich oder nachgeschalteten Aggregaten (Kesselasche, Flugasche) stammen und fällt z.B. in bestimmten Kraftwerken, Wirbelschichtöfen und Müllverbrennungsanlagen an. Bei der Müllverbrennung fallen pro Tonne verbranntem Abfall ca. 250 bis 350 kg Asche an, die nach entsprechender Aufbereitung als Unterbau im Straßen-, Wege- und Gewerbeflächenbau verwertet werden kann.