Glossar

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Dekontamination

Verringerung oder Beseitigung von Schadstoffen (Kontaminationen) in Böden oder anderen Materialien durch chemische, physikalische und/oder biologische Verfahren.

DENOX

Abgekürzte Schreibweise für die Verminderung von Stickstoffoxiden (NOx) aus Rauchgasen in Kraftwerken und Müllverbrennungsanlagen (Abgasreinigung). Hierbei sind das NO mit ca. 95% und NO2 die Hauptbestandteile. Man unterscheidet nicht-katalytische (SNCR) und katalytische Verfahren (SCR) zur Minderung von Stickoxiden. Die Bezeichnung leitet sich ab aus der englischen Vorsilbe „De-“ für „Ent-“ und dem Sammelbegriff NOx für das im Rauchgas enthaltene Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2).

Deponie

Abfallentsorgungsanlage, in der Abfälle zeitlich unbegrenzt oberirdisch oder unterirdisch abgelagert werden und die der Nachsorge bedürfen. Sie sind je nach Art und Eigenschaften der eingelagerten Abfälle in die Deponieklassen 0, I, II, III (Sonderabfalldeponie) und IV eingeteilt. (Ablagerungsverordnung, Deponieverordnung).

Nach der geomorphologischen Lage unterscheidet man Hang-, Gruben-, Tal- und Halden-Deponien als oberirdische Ablagerungsstätten und Untertagedeponien (Ablagerung unterhalb der Biosphäre, Deponieklasse IV). Nach Art der abgelagerten Abfälle gibt es unterschiedliche Bauweisen. Deponien werden geplant und genutzt zur Beseitigung von Hausmüll und sonstigen Siedlungsabfällen (Hausmüll-Deponie), Sonderabfall, kommunalem Klärschlamm und Bauabfällen einschließlich Erdaushub. Für spezielle gleichartige Massenabfälle werden besondere Mono-Deponien eingerichtet. Um Umweltbeeinträchtigungen durch Deponie-Gas und Sickerwasser zu vermeiden, müssen Deponien eine Basis- u. Oberflächenabdichtung (Deponieabdichtung) sowie Vorrichtungen zur Sickerwassererfassung, Entgasung sowie ggf. Gasverwertung aufweisen. Mit Oberflächenabdichtungen soll der Eintrag von Niederschlagswasser in den Deponie-Körper und das diffuse Entweichen von Deponie-Gas verhindert werden, während Basisabdichtungen den Austritt von Sickerwasser in Boden und Grundwasser vermeiden. Die Sickerwassererfassung erfolgt über Drainage-Systeme; das gesammelte Sickerwasser muss vor der Ableitung in ein Gewässer mittels chemisch-, physikalisch- oder biologischen Verfahren gereinigt werden.

Deponieverordnung

Verordnung, die am 1.08.2002 in Kraft getreten ist und die zusammen mit der Ablagerungsverordnung die EU-Deponierichtlinie in nationales Recht umsetzt. Geregelt sind Maßnahmen, Verfahren und Anleitungen, mit denen negative Auswirkungen der Deponierung von Abfällen auf die Umwelt vermieden oder verringert werden sollen. Die Verordnung gilt für die Errichtung, den Betrieb, die Stilllegung und die Nachsorge von Deponien und Langzeitlagern. Sie regelt die Ablagerung von Abfällen auf Deponien, einschließlich von speziellen Massenabfällen auf Monodeponien, zum Zwecke der Beseitigung, sowie die Lagerung von Abfällen in Langzeitlagern.

Die Anforderungen der Abfallablagerungsverordnung für Deponien der Klassen I und II lässt die Deponieverordnung unberührt.

DIN EN ISO 14001

Die für ein integriertes Umweltmanagementsystem verliehene DIN EN ISO 14001 ist ein Zertifikat, das weltweit Gültigkeit besitzt.

Dioxine

Übliche Bezeichnung für die Gruppe der polychlorierten Dibenzodioxine (PCDD). Diese zählen zur Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe. Man kennt insgesamt 75 chemische Varianten - zusammen mit den chemisch verwandten Furanen (polychlorierte Dibenzofurane, PCDF) sind es sogar 210 Verbindungen. Das bekannteste Dioxin, das „Seveso-Gift“ 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo[1,4]dioxin (2,3,7,8-TCDD), ist wesentlich toxischer als alle anderen PCDD. Die Toxizitäten der einzelnen Dioxine werden üblicherweise als Bruchteil der Toxizität von 2,3,7,8-TCDD, als sogenannter Toxizitätsäquivalenzfaktor (TEF), angegeben. Dioxine entstehen bei Verbrennungsvorgängen aus Kohlenstoff-Verbindungen und organischen oder anorganischen Chlor- oder Brom-Verbindungen; fluorierte Dioxine (PFDD, PFDF) werden unter Praxisbedingungen nicht gebildet. Die PCDD- u. PCDF-Bildung verläuft am schnellsten bei ca. 300 °C u. nimmt bei 600 °C stark ab, bei noch höheren Temperaturen zerfallen Dioxine (ab ca. 850 °C). Dioxine entstehen auch beim Bleichen von Zellstoff-Rohstoffen (z. B. Papierherstellung) mit Chlor u. Natronlauge (und vermutlich auch mit anderen starken Oxidationsmitteln in Gegenwart von Chloriden). Dioxine können sich beim Erhitzen von bestimmten halogenierten Benzolen, Phenolen, Biphenylen oder Diphenylethern bilden. Selbst in der Abluft aus Gießereien und metallurgischen Prozessen wie Eisen-, Stahl-, Magnesium-, Aluminium- u. Nickel-Herstellung, Kupfer-Recycling und Gekrätzveraschung der Edelmetall-Industrie finden sich Dioxine. Im Labor entstehen Dioxine auch bei der Beilsteinprobe. Eine weitere Dioxin-Quelle ist die Kompostierung. Abfallverbrennungsanlagen sind die am besten auf Dioxin-Bildung untersuchten Emissionsquellen. Mit dem Staub sind Dioxine teilweise in der Rauchgas-Entstaubung abscheidbar. An Aktivkohle adsorbierte Dioxine werden bei der thermischen Behandlung der Kohle wie bei der Sonderabfallverbrennungsanlage (SAV) der HIM zerstört.